Bundesbank-Vorstand hält Libor-System "anfällig für Betrug"

Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret fordert ein neues Verfahren, um Referenzzinsen wie den Interbankenzins Libor zu ermitteln. Das bestehende Verfahren mache es den Bankern zu leicht, den Zins zu manipulieren. "Es ist insofern anfällig für Betrug", sagte Dombret dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. In dem Skandal um manipulierte Zinssätze kommt nach der britischen Bank Barclays auch die Deutsche Bank unter Druck. Die Finanzaufsicht BaFin untersucht, ob deutsche Institute ausreichende Kontrollmechanismen haben, um Zinsmanipulationen zu verhindern. Bei der Deutschen Bank hat sie deshalb eine Sonderprüfung veranlasst. Ende Juni hatten britische und amerikanische Behörden hohe Strafen gegen Barclays verhängt, weil Mitarbeiter der Bank über Jahre den für viele Finanzgeschäfte maßgeblichen Zinssatz Libor manipuliert haben. Ermittelt wird gegen rund 20 weitere Kreditinstitute, darunter die Deutsche Bank. "Wenn im Laufe der Ermittlungen bei der Deutschen Bank ähnliche Vergehen sichtbar werden, wie es sie anscheinend bei Barclays gab, muss auch da alles auf den Prüfstand", sagte Hans-Christoph Hirt von der britischen Aktionärsvertretung Hermes. "Es wäre eine Chance für den neuen Aufsichtsratschef Paul Achleitner, zu beweisen, dass er die von den Aktionären klar artikulierten Sorgen ernst nimmt." Zudem müsse die "Diskussion über die Regulierung von Banken angesichts des Libor-Falles noch einmal fundamental geführt werden".

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