Bundesbankpräsident Weidmann warnt vor Risiken der EZB-Politik


Bundesbankpräsident Jens Weidmann übt heftige Kritik an den jüngsten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen weiter zu senken und ein Ankaufprogramm für strukturierte Wertpapiere (ABS) und Pfandbriefe zu starten. Dieses Paket bedeute "eine grundsätzliche Weichenstellung und eine einschneidende Veränderung für die Geldpolitik der EZB", sagt Weidmann im Gespräch mit dem SPIEGEL. "Wie auch immer man zum Inhalt der Beschlüsse steht, die Mehrheit des EZB-Rats signalisiert damit, dass die Geldpolitik bereit ist, sehr weit zu gehen und neues Terrain zu betreten." Es gehe nicht mehr nur darum, die Kreditvergabe anzukurbeln, sondern nötigenfalls auch auf direktem Weg Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Bei dem geplanten ABS-Ankaufprogramm bestehe zudem "je nach Ausgestaltung" die Gefahr, "dass Banken zulasten der Steuerzahler von Risiken befreit werden", warnt Weidmann. Deshalb sei entscheidend, dass "keine nennenswerten Risiken einzelner Finanzinstitute oder Länder übernommen werden". Wenn überhaupt, solle die EZB nur risikoarme Papiere kaufen. Es sei allerdings "fraglich", ob davon genug im Umlauf seien, um die geplanten Mengen zu übernehmen.



© DER SPIEGEL 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.