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Bundeswehr ehrt wissentlich Kriegsverbrecher

Der von der Bundeswehr geehrte Wehrmachtgeneral Hans Graf von Sponeck war 1941 an Kriegsverbrechen in der Ukraine beteiligt. Das haben Recherchen des US-Historikers Erik Grimmer-Solem ergeben. Danach haben Sponeck und Untergebene gefangene jüdische Rotarmisten, aber auch Zivilisten, insbesondere Juden, den Mordverbänden des Sicherheitsdienstes der SS und der Sicherheitspolizei ausgeliefert. Auf der Krim befahl er, alle Juden "mit Davidstern auf Brust und Rücken kenntlich zu machen" und zur Zwangsarbeit heranzuziehen. Aufgegriffene Rotarmisten und Partisanen sollten ohne Prozess erschossen werden. Bislang galt Sponeck in der Bundeswehr als Vorbild für einen selbständig handelnden und seinem Gewissen verpflichteten Offizier: Trotz Hitlers Durchhaltebefehl hatte er seine Truppen auf der Krim zurückgezogen und damit Tausenden Soldaten das Leben gerettet. Die Kaserne in Germersheim ist nach Sponeck benannt, auch tragen Straßen in Bremen und Germersheim seinen Namen. Schon 2004 hatte ein Major der Luftwaffe das Luftwaffenamt darauf hingewiesen, dass Sponecks Beteiligung an Kriegsverbrechen "außer Frage" stehe und die Umbenennung der Kaserne unvermeidbar sei. Doch der Vorstoß verpuffte.

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