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Bundeswehr lässt afghanische Aufständische mit Drohnen töten

Die Bundeswehr hat im Afghanistan-Einsatz Aufständische mit bewaffneten Drohnen töten lassen. Das geht aus einer vertraulichen Stellungnahme von Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey auf eine Anfrage des SPD-Bundestagsabgeordneten Hans Peter Bartels hervor. Demnach kam es am 11. November 2010 "auf Anforderung deutscher Isaf-Kräfte" zum Einsatz einer Kampf-Drohne der US-Streitkräfte im Distrikt Chahar Darreh. Im Rahmen eines "Close Air Support", der Unterstützung von Bodentruppen aus der Luft, "wurden vermutlich vier Angehörige der regierungsfeindlichen Kräfte ge tötet", schreibt Kossendey. 2009 hatte die Bundeswehr erstmals den Einsatz einer bewaffneten Drohne angefordert. Damals wurde in der Provinz Kunduz eine Sprengfalle aus der Luft zerstört. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat Drohnen als "ethisch neutrale Waffe" bezeichnet und damit eine Debatte um deren Einsatz für gezielte Tötungen ausgelöst (siehe Seite 38). Die Armee plant, in den kommenden Jahren eigene, waffenfähige Drohnen anzuschaffen. Nach Bartels' Einschätzung

ist dies überflüssig. Der Einsatz von US-Drohnen im Auftrag der Bundeswehr zeige, "dass es keine Fähigkeitslücke der Nato bei der bewaffneten Luftunterstützung gibt". Eine "eilige Anschaffung von bewaffneten Drohnen ist damit nicht mehr notwendig".

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