Milliarden-Risiko bei Hubschrauberkauf


Bei einem der größten aktuellen Rüstungsgeschäfte der Bundeswehr droht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, CDU, ein finanzielles Debakel. Ihr Haus hatte sich im März 2013 mit Hersteller Eurocopter grundsätzlich auf die Lieferung von 139 Hubschraubern der Modelle "Tiger" und "NH90" im Wert von über sieben Milliarden Euro geeinigt. Doch nun soll diese Vereinbarung vorerst nicht umgesetzt werden, weil sie mit großen Unwägbarkeiten behaftet sei. Man wolle eine externe Überprüfung des sogenannten Memorandum of Understanding abwarten, heißt es aus dem Ministerium über den Deal, der auch die Lieferung von 18 "NH90" in einer Marine-Variante für weitere 915 Millionen Euro vorsieht. Hinsichtlich dieser Maschinen warnt der Bundesrechnungshof in einem internen Gutachten, dass die Betriebs kosten doppelt so hoch ausfallen könnten wie beim derzeitigen Marine-Hubschrauber "Sea King". Außerdem gibt es beim "NH90" ein Rostproblem. In einer Antwort auf die Anfrage des Grünen- Abgeordneten Tobias Lindner räumte das Ministerium ein, dass beim Einsatz der Helikopter "in salzhaltigem Umfeld" Korrosionsschäden auftreten, was insbesondere für die Marine-Version fatal ist. Für dieses Problem müsse der Hersteller nun erst mal "tragfähige Lösungen" präsentieren. Geprüft werden müssten auch noch Zulassungsfragen. "Ein konkretes Ergebnis" erwarte man dazu aber "nicht vor dem Jahre 2016", so das Ministerium.



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