Fernsehjournalist Dagobert Lindlau erstattet Strafanzeige gegen Herzschrittmacher-Hersteller

Der renommierte Fernsehjournalist Dagobert Lindlau, 82, hat bei der Staatsanwaltschaft in Köln gegen Medtronic, den weltgrößten Hersteller von Herzschrittmachern, Strafanzeige wegen Verleumdung erstattet. Anlass ist ein Auftritt des früheren ARDAuslandskorrespondenten in der Talkshow von Anne Will. In der Sendung zum Thema "Eingeliefert, ausgeliefert – wenn das Krankenhaus zum Risiko wird" hatte Lindlau im Februar über seinen eigenen Fall berichtet. Dem TV-Mann war vor einigen Jahren ein Defibrillator von Medtronic unter die Haut gepflanzt worden. Geräte dieser Baureihe erwiesen sich häufig als defekt. Wegen seines angegriffenen Gesundheitszustands kann Lindlau das Gerät aber nicht wieder auswechseln lassen, er fürchtet sich seitdem vor tödlichem Herzflimmern. In einem Brief an die Vorsitzende der ARD, Monika Piel, schrieb Medtronic, Lindlau habe "Hun derttausende Patienten verun sichert", einige seiner Behauptungen seien "haltlos". Dies sei rufschädigend für Medtronic. Die Wiederholung der Talkshow sei zu unterlassen. Von dem möglichen technischen Defekt des Geräts sind in Deutschland Hunderte Patienten betroffen, in den USA wurde es 2007 vom Markt genommen. Lindlau sah in dem Brief an Piel den Versuch, ihn mit Unwahrheiten "an zuschwärzen und zum Schweigen zu bringen".

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