Daimler-Betriebsräte wollten Zetsche ablösen

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Daimler-Konzerns wollten die Verlängerung des Vertrags von Vorstandschef Dieter Zetsche verhindern. Erst nach langwierigen Verhandlungen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Konzerns, Manfred Bischoff, einigten sich die Arbeitnehmervertreter auf einen Kompromiss, einer Vertragsverlängerung um drei Jahre. Anfang des Jahres sprachen Betriebsratschef Erich Klemm und der IG-Metaller Thomas Klebe beim Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Bischoff vor. Sie erklärten, die Arbeitnehmervertreter im Daimler-Aufsichtsrat würden geschlossen gegen einen neuen Vertrag für Vorstandschef Zetsche stimmen. Ihre Kritik konzentrierte sich auf den Führungsstil Zetsches, der mit den Belegschaftsvertretern nicht über ein anstehendes Sparprogramm diskutiere. Auch aus den Management-Etagen gebe es Kritik. Der Vorstandschef könne mit Widerspruch nicht umgehen, wer anderer Meinung sei, werde abgekanzelt. Daimlers Aufsichtsratsvorsitzender Bischoff drohte den Arbeitnehmervertretern daraufhin, notfalls sein Doppelstimmrecht in Anspruch zu nehmen. Damit kann der Vorsitzende des Kontrollgremiums den Ausschlag geben, falls es bei einer Abstimmung ein Patt zwischen den Vertretern der Arbeitnehmer und der Kapitalseite geben sollte. Bischoff war dennoch an einem Kompromiss mit den Betriebsräten interessiert, um eine langwierige Führungsdebatte zu verhindern. Zu diesem Kompromiss zählt erstens, dass der bei den Arbeitnehmern ebenfalls unbeliebte Produktionsvorstand Wolfgang Bernhard künftig nicht mehr für Pkw zuständig sein soll, sondern das Nutzfahrzeuggeschäft von Daimler führt. Zweitens wurde der Vertrag Zetsches nicht, wie zunächst vorgesehen, um fünf, sondern nur um drei Jahre verlängert.

DER SPIEGEL

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