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Daimler durchleuchtet wegen Terrorangst künftig alle drei Monate seine Mitarbeiter

Der Daimler-Konzern will künftig alle drei Monate seine rund 280.000 Mitarbeiter durchleuchten. Laut einer Konzernbetriebsvereinbarung vom 12. November 2014 darf das Unternehmen "zur Terrorismusbekämpfung" seit dem 1. Dezember Name, Anschrift und Geburtsdatum sämtlicher Beschäftigter mit den Daten auf entsprechenden Sanktionslisten der Europäischen Union und der USA abgleichen - und die Listen sechs Jahre lang aufbewahren. Das gilt auch für Personen, die sich um einen neuen Job bei Daimler bewerben. Sollte ein Daimler-Mitarbeiter auf den Sanktionslisten auftauchen, ist dieser laut Betriebsvereinbarung "freizustellen, das Entgelt wird nicht ausbezahlt, und alle weiteren Leistungen sind zurückzuhalten". Zudem sollen, "soweit erforderlich", die "zuständigen Behörden" informiert werden.

Daimler-Rechtsvorstand Christine Hohmann-Dennhardt verteidigt konzernintern den Datenabgleich. Man sei sich der "Verantwortung bewusst" und werde mit den Daten sorgfältig umgehen. Beim "Abgleich von Beschäftigten- und Bewerberdaten", so die frühere Verfassungsrichterin, würden "die Persönlichkeitsrechte gewahrt". Auch der Konzernbetriebsrat hat mit der Durchleuchtung der Mitarbeiter offenbar kein Problem. Dessen Vorsitzender Jörg Spies sieht in dem Programm sogar "einen Leuchtturm zum Schutz der Beschäftigten". Es dürfe jedoch keinen Zweifel daran geben, dass Gesetze und Vorschriften eingehalten würden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieser Meldung hieß es irrtümlich, dass die leitenden Angestellten von dem Datenabgleich ausgenommen seien. Nach Angaben des Unternehmens gilt für die leitenden Angestellten jedoch eine gesonderte Regelung, die faktisch den gleichen Inhalt hat wie die für die übrigen Beschäftigten geltende Betriebsvereinbarung.

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