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Personalmanagerin der Deutschen Bahn sucht Führungskräfte mit "Angststörungen"

Eine Top-Personalmanagerin der Deutsche Bahn AG sucht offenbar gezielt Führungskräfte mit psychischen Störungen. Auf der Schulungskonferenz einer Schweizer Unternehmensberatung erklärte Ursula Schütze-Kreilkamp, seit zwei Jahren bei dem Staatskonzern für die Rekrutierung von Managern verantwortlich, dass sie für die Bereiche Finanzen, Controlling und Compliance "gerne Zwanghafte" einstelle, "gerne mit einer schönen Angststörung". Diese Mitarbeiter, sagte sie lässig, seien "super pedantisch" und könnten "dann die ganze Nacht nicht schlafen, weil die Zahlen nicht stimmen". Wenn diese Zwangscharaktere sich auch noch an ethische Grundsätze hielten, dann, so verriet die DB-Personalerin ihren Zuhörern, "sind Sie King Louie. Sie haben immer tolle Budgets und es gibt wenig Ärger". Nur die Risikobetrachtung künftiger Geschäftszweige dürfte man angstgestörten Managern nicht allein überlassen: "Da müssen Sie einen Risikofreudigen haben und den eng an den Zwanghaften anbinden. Dann klappt das." Ein Bahnsprecher erklärt auf Anfrage, es gebe "kein derartiges Rekrutierungskonzept bei der Deutschen Bahn". Schütze-Kreilkamp sagt, sie habe nicht in ihrer Funktion als Bahn-Personalmanagerin auf der Konferenz gesprochen. Ihre Ausführungen "zu diesem Typus" seien "rein deskriptiv und nicht wertend" gewesen. "Mit der Deutschen Bahn hat das nichts zu tun." Unmittelbar nach der SPIEGEL-Anfrage bei der Bahn verschwand am vorigen Freitagnachmittag das Video aus dem Internet, das die entsprechenden Passagen dokumentierte.

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