Deutscher Atommüll in die USA?


Das Bundesforschungsministerium bereitet offenbar den Export von Atommüll aus dem ehemaligen Kernforschungszentrum Jülich in die USA vor. Das Ministerium hat der Wiederaufbereitungsanlage Savannah River National Lab im US-Staat South Carolina in den Vereinigten Staaten zehn Millionen Dollar zugesagt - angeblich zu Forschungszwecken. Heikel ist das Vorhaben, weil die deutschen Atomgesetze eine Ausfuhr von nuklearem Abfall untersagen. Das Ministerium behauptet, Jülich sei ein Forschungsreaktor gewesen, für den diese Regel nicht gelte. Die Grünen-Atomexpertin Sylvia Kotting-Uhl weist jedoch darauf hin, dass die Anlage Strom ins Netz geliefert habe und auch von der Internationalen Atomenergiebehörde als Leistungsreaktor geführt wurde. "Wir dürfen nicht zulassen, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen wird und später auch das restliche nukleare Erbe außer Landes entsorgt wird", warnt Kotting-Uhl.



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