DLV verbietet Start von Behindertensportlern bei deutschen Meisterschaften

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) blockiert einen gemeinsamen Wettkampf von behinderten und nichtbehinderten Sportlern bei nationalen Meisterschaften. Die Regelkommission hat beschlossen, dass Athleten, die Prothesen oder weitere Technologien benötigen, von der Wertung ausgeschlossen sind. Der DLV drängt den Weltverband, seine Regelung zu übernehmen, die von Januar 2013 an gilt. Sollte es dazu kommen, dürfte der südafrikanische Prothesensprinter Oscar Pistorius nicht mehr bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen antreten. Der 400-Meter- Läufer startete zunächst in London bei Olympia und später bei den Paralympics, er wurde zur Ikone des Behindertensports. Kritiker werfen ihm wegen seiner Prothesen "Techno- Doping" vor. Manfred Mamontow, Leiter der DLV-Wettkampforganisation, sagt: "Die Behindertensportszene ist sich untereinander nicht mal einig. Bei den Paralympics beschuldigten sich Sportler gegenseitig, unerlaubte Prothesen einzusetzen. Solange es keine Möglichkeit gibt, Vorteilsnahme auszuschließen, ist uns eine Gleichbehandlung zu unsicher. Die Prothesentechnik könnte bald so ausgefeilt sein, dass der faire Wettkampf in Gefahr wäre." Hintergrund der Debatte ist die Leistung des Weitspringers Markus Rehm von Bayer Leverkusen, dessen rechter Unterschenkel amputiert ist. Der 24-jährige Schwabe gewann Gold bei den Paralympics und stellte mit 7,35 Meter einen neuen Weltrekord auf. Er würde sich gern mit den besten deutschen Weitspringern messen; mit seiner Rekordweite wäre er im Sommer bei den Meisterschaften des Deutschen Leichtathletik- Verbands auf Platz acht gelandet.

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