Elbphilharmonie: Umsatzsteuer könnte Preis auf mehr als 600 Millionen Euro treiben

Der vom Hamburger Senat genannte "Pauschalfestpreis" für die Fertigstellung der Elbphilharmonie umfasst nicht alle Kosten: Die 575 Millionen Euro, auf die sich der Senat und der Baukonzern verständigten, bezeichnen den Nettopreis – hinzu kommt die Umsatzsteuer von nominal 19 Prozent. Ein Sprecher der Hamburger Kulturbehörde räumte dies ein, zu erwarten seien aber nur Mehrkosten "im ein stelligen Millionenbereich". Genaues könne er nicht sagen, die steuerliche Lage sei "sehr kompliziert", auch weil es sich bei der Betreibergesellschaft um eine gemeinnützige GmbH handele; zudem sei die Einstufung der zusätzlichen Kosten durch das Finanzamt noch unklar. Diese Argumentation vermag allerdings Erstaunen hervorzurufen. Als der Senat im Dezember 2008 die Mehrkosten für Bauleistungen und Generalplaner mit 157 Millionen Euro berechnete, kalkulierte er zusätzliche Umsatzsteuerzahlungen von 22 Millionen Euro ein, wie es in einer Bürgerschaftsdrucksache heißt. "Für die jetzt in der Festpreis- Vereinbarung genannten 198 Millionen Mehrkosten müssten bei gleichem Rechenmodus rund 27 Millionen veranschlagt werden", sagt Norbert Hackbusch, Haushaltsexperte der Linken-Bürgerschaftsfraktion. Die Elbphilharmonie wäre dann – das zumindest ist leicht zu rechnen – mehr als 600 Millionen Euro teuer.

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