Enders plant Umbau des EADS-Konzerns

Der Chef des größten europäischen Luftfahrt- und Verteidigungskonzerns EADS, Tom Enders, will das Unternehmen rentabler machen und neu ausrichten. Das kündigt der Topmanager in einem Gespräch mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL an. Nach der gescheiterten Fusion mit dem britischen Wettbewerber BAE Systems Anfang Oktober vergangenen Jahres, so Enders, stelle sich die Frage, "ob wir uns langfristig noch stärker auf unser kommerzielles Geschäft mit Flugzeugen oder Hubschraubern konzentrieren sollen". Auch das Ziel, jeweils die Hälfte des Umsatzes im zivilen Luftfahrt- und im Verteidigungsgeschäft zu erwirtschaften, soll überprüft werden. Gegenüber dem Magazin spricht der Ex-Airbus-Chef, der vor rund sieben Monaten an die Spitze des Mutterkonzerns EADS rückte, auch erstmals über den geplatzten Rüstungs- Deal mit den Briten. "Mein Hauptfehler war", so Enders, "dass ich unser Projekt für industriell und politisch überzeugend hielt und dachte, es wäre im Interesse aller Beteiligten." In dem Interview äußert sich der EADS-Chef auch zum Flugverbot für das Boeing-Langstreckenflugzeug 787. "Ich wünsche unseren US-Kollegen, dass sie den Dreamliner bald wieder in die Luft bekommen", versichert Enders, "denn da gehört er hin." Gleichzeitig deutet er an, dass es auch beim eigenen Konkurrenzmodell Airbus A350 noch zu Problemen kommen könnte. "Wir werden sicher noch die eine oder andere unangenehme Überraschung erleben", prophezeit der EADS-Chef.

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