EU-Kommissarin verdächtigt Apple der Kundentäuschung

Die EU-Kommission verdächtigt den Computerkonzern Apple, seine Kunden beim Kauf von Mobiltelefonen und Computern zu täuschen. "Es scheint, dass Apple-Verkäufer es versäumten, den Verbrauchern klare, wahrheitsgemäße und vollständige Informationen über die ihnen nach EU-Recht zustehende gesetzliche Garantie zu geben", heißt es in einem Brief der zuständigen EU-Justizkommissarin Viviane Reding an die Verbraucherschutzminister aller 27 EU-Mitgliedsstaaten. Reding war von den CDU-Europaabgeordneten Klaus-Heiner Lehne und Andreas Schwab auf das Problem aufmerksam gemacht worden. Apple habe, schreibt Reding, prominent für seine eigene kommerzielle Gewährleistung geworben, "es aber versäumt darauf hinzuweisen, dass die Verbraucher nach EU-Recht einen automatischen und kostenlosen Anspruch auf eine zweijährige Garantie haben". Wegen dieser Täuschungspraxis verhängten die italienischen Behörden bereits im Dezember 2011 eine Geldbuße in Höhe von 900.000 Euro gegen den Konzern. Nach Erkenntnissen der EU-Kommission habe Apple "dieselben irreführenden Marketing-Maßnahmen auch in anderen Mitgliedsländern angewandt". Es handle sich, so Reding, um "inakzeptable Werbe-Praktiken". Die EU-Kommissarin fordert die Regierungen der EU-Mitgliedsländer in ihrem Brief auf, "diesem Thema bei der Durchsetzung des Verbraucherschutzes besonderes Augenmerk zu widmen". Eine Presseagentur des Unternehmens verweist auf Anfrage des SPIEGEL lediglich auf die Apple-Homepage mit einer Übersicht zu EU-Verbraucherrechten.

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