Institut beziffert Risiken für Deutschland bei Zusammenbruch des Euro auf 1,5 Billionen Euro

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel beziffert das finanzielle Risiko für Deutschland beim Zusammenbruch der Euro-Zone auf rund 1,5 Billionen Euro. Die größten Risiken drohen dabei der Bundesbank, die allein 700 Milliarden Euro an Forderungen im Rahmen des Zahlungssystems der EZB angehäuft hat. Finanzminister Wolfgang Schäuble müsste bis zu 100 Milliarden Euro an Hilfsgeldern verloren geben, die südeuropäischen Krisenländern versprochen wurden. Verluste von etlichen hundert Milliarden Euro müssten deutsche Banken hinnehmen, die Staatsanleihen von Euro-Ländern halten. Hinzu kommen Risiken von geschätzt 300 Milliarden Euro, die deutsche Versicherungen und Unternehmen im Rest der Euro-Zone eingegangen sind, und Wachstumsverluste durch den unweigerlich eintretenden Wachstumseinbruch. Die deutsche Staatsschuld würde massiv steigen, weil der Staat Banken und Unternehmen vor dem Zusammenbruch retten müsste. "Was die Verschuldung betrifft, könnten wir schnell das heutige italienische Niveau erreichen", sagt Jens Boysen-Hogrefe, Wissenschaftler beim IfW. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor einem Auseinanderbrechen der Währungsunion. "Ein Scheitern der Euro-Zone hätte für Deutschland und seine Industrie die vergleichsweise größten Schäden", heißt es in einer internen Vorlage für das BDI-Präsidium. "Deutschland ist die bedeutendste und somit systemkritischste Volkswirtschaft in der Euro-Zone und der EU." In der Vorlage appelliert der BDI deshalb an die Bundesregierung, mehr für die Euro-Rettung zu tun und stellt zugleich Mithilfe in Aussicht. Die Euro-Zone brauche einen "Investitions- und Wachstumsschub, den deutsche Industrie und Politik gestalten müssen".

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite
Berlin, Verteidigungsministerium, 08.02.2012 - Betreff Euro Hawk: Nicht abschätzbare technische, zeitliche und finanzielle Risiken: Die Drohnen-Affäre des Thomas de Maizière

Heft 23/2013 | Inhalt | Vorabmeldungen

Apps: Windows 8 | iPad | iPhone | Android

Digitale Ausgabe kaufen | Druckausgabe

SPIEGEL testen + Geschenk | Abo