Die personelle Neuordnung in der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ein juristisches Nachspiel. Nachdem die zwei stellvertretenden GDL-Vorsitzenden Sven Grünwoldt und Thorsten Weske aus ihren Ämtern gedrängt wurden, will Grünwoldt nun juristisch dagegen vorgehen. "Ich fühle mich zu Unrecht von meinen Amt enthoben", sagt der Ex-Funktionär. "Deshalb wehre ich mich mit den notwendigen rechtlichen Mitteln dagegen." Grund für die Demission war offenbar ein privater Hauskauf, bei dem es zu unzulässigen Verknüpfungen zwischen "privaten Interessen und dem politischen Auftrag für die GDL" gekommen sei, schreibt GDL-Chef Claus Weselsky in einem internen Brief. Grünwoldt soll offenbar bei Finanzinstituten keine Kredite mehr bekommen und Weselsky gebeten haben, beim Chef des Beamten Bundes Tarifunion (dbb) zu fragen, war um ihm eine der Banken den gewünschten Kredit nicht bewilligen wollte. Außerdem lieh er sich Geld von Weske, um seine Eigenkapitalquote zu erhöhen. Der dbb ist der gewerkschaftliche Dachverband für Beamte und Tarifbeschäftigte im Öffentlichen Dienst und für die GDL zuständig. Der Chef des dbb saß zu dem Zeitpunkt im Aufsichtsrat jenes Instituts, das Grünwoldt den Kredit versagt haben soll. Weselsky verstand die Bitte seines Stellvertreters offenbar so, als solle der dbb-Chef für Grünwoldt intervenieren.
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