Experten unbesorgt wegen Rücknahme von Grippe-Impfstoff

Obwohl das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) vergangene Woche die Freigabe von fünf bedenklichen Chargen Novartis-Grippe-Impfstoff zurückgenommen hat, sehen Experten derzeit keinen Anlass zur Sorge. Weder bestehe die ernsthafte Gefahr eines Impfstoffmangels, noch hätte ein vorübergehender Mangel katastrophale Folgen. Wie aus Kreisen des Bundesgesundheitsministeriums verlautete, hat das PEI am Freitag zusätzlich 620.000 Dosen Grippe-Impfstoff anderer Hersteller freigegeben. Nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums stehen derzeit 14,08 Millionen Dosen zur Verfügung. Im Vorjahr seien 15 Millionen Dosen verbraucht worden. Zudem wird die Schutzwirkung von Grippe-Impfstoffen oft überschätzt. "Zu sagen, die Impfung wirke zu 100 Prozent, wäre falsch", sagt der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Jan Leidel. Eine Auswertung aller wichtigen Studien zu diesem Thema durch die unabhängige Cochrane Collaboration ergab: Erkranken von den ungeimpften Erwachsenen pro Saison etwa zwei bis fünf Prozent an Influenza-Symptomen, sind es bei den geimpften rund ein Prozent. Bei alten Menschen, für die die Grippe-Impfung wegen ihrer besonderen Gefährdung von der Stiko empfohlen wird, ist wegen ihres schwächeren Immunsystems die Wirksamkeit wahrscheinlich noch etwas schlechter. Obwohl er Risikopersonen die Grippe-Impfung empfiehlt, bleibt Stiko-Vorsitzender Leidel gelassen: "Es ist auch gar nicht unbedingt nötig, dass man sich in den nächsten Tagen impfen lässt. Die echte Virusgrippe kommt meist erst Anfang Januar."

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