EZB und IWF plädieren für radikalen Schuldenschnitt in Griechenland


Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) werben im Rahmen der Rettungsgespräche für einen weitgehenden neuen Schuldenschnitt für Griechenland. Dabei soll die absehbare Staatsverschuldung des Landes bis 2020 von 144 Prozent auf 70 Prozent gedrückt werden. Dazu müssten die Geberländer Griechenlands auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten. Auch wenn es Anfang der Woche beim nächsten Treffen der Euro-Gruppe noch zu keiner Entscheidung über einen neuen Schuldenschnitt kommen wird, halten die beiden Organisationen einen solchen Schritt für unausweichlich, wenn Griechenland in absehbarer Zeit wieder auf eigenen Beinen stehen soll. Die Bundesregierung will einen Forderungsverzicht unbedingt vermeiden. Stattdessen setzt sie darauf, den Griechen die Zinsen für die Hilfskredite zu senken. Die jüngsten Rettungsgespräche scheiterten vor allem daran, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble auf Geheiß von Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) einen bereits zugesagten weitgehenden Zinserlass wieder zurücknehmen musste. Merkel fürchtete, einen solchen Schritt wegen Widerstands von Euro-Skeptikern in den eigenen Reihen nicht durchsetzen zu können. EU-Währungskommissar Olli Rehn appelliert an die Euro- Regierungen, vor allem Deutschland, das politische Versprechen, Griechenland zu retten, auch tatsächlich einzulösen. "Jeder muss seine roten Linien überprüfen."



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