Schwere Vorwürfe von Flüchtlingen gegen türkische Küstenwache


Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Griechenland kommen, erheben schwere Vorwürfe gegen die türkische Küstenwache. Türkische Sicherheitskräfte hätten ihre Boote gezielt angegriffen und zum Kentern gebracht. Hintergrund seien Streitigkeiten mit Schlepperbanden gewesen, die der Küstenwache keine oder nicht ausreichend Bestechungsgelder bezahlt hätten. Zahlreiche Menschen seien deshalb gestorben. Das sagten Dutzende Flüchtlinge in Afghanistan und Deutschland gegenüber dem SPIEGEL. "Die Küstenwache bestraft so die Menschenschmuggler und erhöht damit den Preis für die nächste Fuhre", sagt der Iraker Diar Goran. Der Motor seines Bootes sei von einem türkischen Patrouillenschiff am 20. August beschossen worden, danach sei es gesunken. Von 45 Passagieren hätten nur 30 überlebt.

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Der SPIEGEL hat bis Redaktionsschluss versucht, eine Stellungnahme von der türkischen Küstenwache zu erhalten, leider ohne Erfolg. Die Behörde verwies an das zuständige Außenamt.



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