Frühere Leiterin der Journalistenschule kritisiert Gruner+Jahr


Die Journalistin Ingrid Kolb hat die Chefin des Verlags Gruner+Jahr (G+J), Julia Jäkel, in einem persönlichen Brief scharf kritisiert. Jäkel habe "den kreativsten Mitarbeitern in Ihrem Verlag, nämlich den Journalisten, den Boden unter den Füßen weggezogen", heißt es darin.

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Grund für das Schreiben ist die Entlassung von 25 Mitarbeitern bei Geo und Brigitte. Bei der Frauenzeitschrift gibt es künftig keine Redakteure mehr, die ausschließlich schreiben. Kolb, 73, leitete bis 2006 die Henri-Nannen-Journalistenschule des Verlags, der auch am SPIEGEL beteiligt ist. Einige der Gekündigten wurden von ihr ausgebildet. Viele der Fälle machten sie "sehr zornig", schreibt Kolb. Jäkel übersehe oder verdränge, "dass die besten und erfolgreichsten Magazine und Zeitungen von Menschen gemacht werden, die sich mit ihrem Blatt identifizieren". Kolb verweist auf ein internes Papier, demzufolge ausschließlich schreibende Redakteure bei Brigitte künftig entfallen. "Genauso gut könnte die Lufthansa sagen: ,Fliegende Piloten entfallen.'" G+J möchte sich zu Kolbs Brief nicht äußern.



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