Geflügelproduzent Wiesenhof verzichtet auf Genfutter


Wiesenhof, der größte deutsche Geflügelanbieter, lässt seine Vögel in Zukunft wieder mit gentechnikfreiem Futter mästen. Damit ist das Unternehmen der erste Produzent, der aus dem kaum zehn Monate alten Beschluss der Branche aussteigt, wieder Gensoja zu verwenden. "Wir sehen uns in der Lage, in absehbarer Zeit gentechnikfrei zu liefern, wenn dies von Kundenseite gewünscht wird", so ein Wiesenhof-Sprecher. Lebensmittelhändler wie Edeka haben bereits auf den Druck der Verbraucher reagiert und vertreiben Geflügelprodukte seit Kurzem mit der Kennzeichnung "gentechnikfrei". Sie beziehen ihre Ware seither vorwiegend aus dem Ausland. "Der Handel hat vorgemacht, dass es ohne Gentechnik geht, nun zieht auch der größte deutsche Geflügelmäster mit", sagt Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace. Wiesenhofs Entscheidung sei "richtungweisend für die gesamte Branche". Alexander Hissting vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik hält es für wahrscheinlich, dass die Konkurrenz dem Beispiel von Wiesenhof folgt: "Wir gehen von einer nahezu vollständigen Rückkehr der Geflügelfleischindustrie zur gentechnikfreien Produktion innerhalb der nächsten Monate aus."



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