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17. Juni 2012, 08:07 Uhr

Gribkowsky soll Geständnis ablegen

In der Affäre um den Verkauf der Formel-1-Anteile könnte dem früheren Landesbanker Gerhard Gribkowsky eine Strafminderung bei seiner zu erwartenden Haftstrafe eingeräumt werden – sollte er jetzt, kurz vor Prozessende, doch noch ein Geständnis ab legen. Bisher hat er die Vorwürfe bestritten. Positiv würde sich für ihn wohl vor allem eine Aussage gegen Formel-1-Mogul Bernie Ecclestone auswirken, so Insider. Dazu aber soll es am Freitag, bei einem ersten Gespräch zwischen Ermittlern und Verteidiger, noch nicht gekommen sein. Nach Ansicht von Beobachtern sieht es das Gericht offenbar als erwiesen an, dass der Brite den damaligen Vorstand der Baye rischen Landesbank mit 44 Millionen Dollar bestochen hatte, damit dieser die seinerzeit von der Bank gehaltenen Anteile an der Rennserie Anfang 2006 an die heute Ecclestone nahestehende Investorengruppe CVC verkaufte. Für Staatsanwaltschaft und Gericht gilt Gribkowsky als Amtsträger, der keinerlei Gelder hätte annehmen dürfen. Ohne ein Geständnis drohen ihm nach Ansicht von Justizkreisen mindestens zehn Jahre Haft wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung. Sollte Gribkowsky ver urteilt werden, könnte es auch für Ecclestone eng werden. Die Staatsanwaltschaft würde den Briten dann vermutlich wegen Bestechung und Beihilfe zur Untreue verfolgen; Vorwürfe, die dieser stets bestritten hat. In München spekuliert man darauf, dass der 81-Jährige versuchen wird, ein langwieriges Verfahren zu vermeiden – und sich auf einen millionenschweren Deal zur Einstellung des Verfahrens einlassen wird.

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