Giacometti-Fälscher packt aus


Der niederländische Künstler Robert Driessen hat sich im SPIEGEL dazu bekannt, in den Jahren 1998 bis 2008 rund 1300 Skulpturen des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti (1901 bis 1966) gefälscht zu haben, mehr als doppelt so viele, wie von diesem Künstler selbst stammen. Originale erzielen auf dem Kunstmarkt Preise in zweistelliger Millionenhöhe.

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Heft 15/2013
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2009 waren gefälschte Giacometti-Skulpturen in Frankfurt am Main und Mainz beschlagnahmt worden, und die deutschen Mittelsmänner, die die Skulpturen in Umlauf gebracht hatten, wurden verhaftet. Sie wurden vom Landgericht Stuttgart wegen banden- und gewerbsmäßigen Betruges zu neun bzw. zu sieben Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Stuttgart konnte damals jedoch nicht feststellen, von wem die Falsifikate stammten.

Der SPIEGEL traf nun Robert Driessen in Thailand, wo der 54-Jährige ein Café betreibt. Die Ermittlungen gegen ihn laufen, die deutschen Behörden können aber eine Auslieferung aus Thailand nicht beantragen, weil Driessen kein deutscher Staatsbürger ist.

Driessen hat bereits als Teenager, Ende der siebziger Jahre, mit dem Fälschen von Bildern begonnen, zunächst vorwiegend Expressionisten. Insgesamt hat er nach eigenen Angaben mehr als 1000 Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde gefälscht, die verschiedene Händler auf dem Kunstmarkt platzierten.

Neben dem Fälschen von Bildern begann er mit dem Gießen von Kopien bekannter Skulpturen von Wilhelm Lehmbruck, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach und anderen Bildhauern. Seine erste Pseudo-Giacometti-Skulptur modellierte er 1998. "Es ist nicht schwierig, Giacomettis zu machen", behauptet der Fälscher.

"Die Kunstwelt ist verrottet", urteilt Driessen. "Wer glaubt, für 20.000 Euro einen echten Giacometti kaufen zu können, verdient es, hinters Licht geführt zu werden."



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