Grönemeyer lässt Flughafen-Video verbieten


Herbert Grönemeyer hat sich gegen "Bild" vorläufig gerichtlich durchgesetzt: Das Boulevardblatt hatte ein Video online gestellt, das zeigt, wie der Künstler am Kölner Flughafen mit einem Kameramann und einem Fotografen aneinandergerät. Dieser habe ihn, seinen Sohn sowie seine Lebenspartnerin am vierten Advent bedrängt, versicherte Grönemeyer an Eides statt gegenüber dem Gericht. Der Sänger wehrte sich gegen die Männer verbal, versuchte die Kamera zuzuhalten und schleuderte seine Tasche in Richtung des Fotografen. Der Anwalt Grönemeyers, Christian Schertz, argumentierte, es würde das "Notwehrrecht auf den Kopf stellen", wenn die Szene, in der sich der Sänger gegen die Verletzung seiner Privatsphäre wehrt, als zeitgeschichtliches Ereignis bewertet würde.

Sollte die einstweilige Verfügung des Landgerichts Köln, die Verbreitung der Videosequenz zu verbieten, auch in den nächsten Instanzen Bestand haben, könnte sie grundlegenden Charakter bekommen: Die Veröffentlichung von Bildern solcher Vorfälle, die einen Ausraster des Opfers zur Folge haben, dürften dann wohl unmöglich werden. Der Springer-Verlag will "mit allen rechtlichen Mitteln" gegen den Beschluss vorgehen.



© DER SPIEGEL 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.