Grünen-Justitiarin Gerlach soll Grimme-Chefin werden


Das Grimme-Institut gilt als Instanz, wenn es um die Prämierung von hochwertigem Fernsehen geht. Doch der Glanz der Einrichtung im nordrhein-westfälischen Marl scheint verblasst. Gerade mal 17 Bewerber gab es auf die per überregionaler Zeitungsannonce ausgeschriebene Stelle des Direktorenpostens, darunter Journalisten von Medienfachblättern. Nun haben sich einflussreiche Gesellschafter, darunter der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) und das Land Nordrhein-Westfalen, auf eine Kandidatin verständigt: Frauke Gerlach, Justitiarin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von NRW - und bisher bei Grimme im Beirat. Gerlach wurde am Mittwoch vom DVV vorgeschlagen, weil man die anderen Bewerber für nicht passend hielt. In einer weiteren Sitzung soll sie gewählt werden. Kritiker bemängeln, Gerlach sei keine TV-Macherin oder Journalistin. Auch wittern sie den Rückfall in Zeiten, als parteipolitische Interessen bei der Vergabe solcher Posten im Mittelpunkt standen.



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