Handelsketten gegen Genfutter für Geflügel


Die Geflügelindustrie und der Lebensmittel-Einzelhandel streiten heftig um den Einsatz von gentechnisch verändertem Geflügelfutter. Im Januar hatte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) verkündet, dass seine Mitglieder nach 14 Jahren ihren freiwilligen Verzicht auf die Verfütterung von Gentech-Soja beenden.

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Heft 43/2014
Wie der Kapitalismus unser Vermögen gefährdet

Der Einzelhandel will das nicht hinnehmen, er fürchtet Umsatzeinbußen, weil die Mehrheit der Deutschen keine Gentechnik im Essen akzeptiert. "Der Lebensmittelhandel befürwortet eine gentechnikfreie Fütterung in der Geflügelhaltung", lässt der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels wissen. Rewe, Penny, tegut, Real, Aldi Nord, Kaufland und Lidl bieten nach Verbraucherprotesten wieder Eier aus gentechnikfreier Haltung an.

Derzeit laufen intensive Gespräche zwischen den Produzenten und dem Einzelhandel. Die Geflügelindustrie will eine sogenannte Massenbilanzierung einführen. Dabei würde gentechnikfreies Futter en gros gekauft und benutzt, was es wahrscheinlich macht, dass ein Huhn gentechnikfrei ernährt wird – es aber nicht garantiert. Es gebe bereits ein Einvernehmen mit dem Einzelhandel darüber, behauptet ZDG-Geschäftsführer Thomas Janning. Der Handel bestreitet das. Er fordert weiterhin eine Rückkehr zur garantiert gentechfreien Fütterung. "Wenn die großen Tierhalter nicht mitziehen, werden wir auf kleine, regionale zurückgreifen, die einfach auf gentechnikfreie Produktion umschalten können", sagt Rewe-Manager Lutz Breloh. Oder man kauft im Ausland.



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