Hermès erwartet Jahresumsatz von 3,4 Milliarden Euro

Der Pariser Luxuskonzern erwartet dieses Jahr einen Gesamtumsatz von 3,4 Milliarden Euro. Vorstandschef Patrick Thomas sagte zugleich in einem Gespräch mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL: "In den nächsten fünf Jahren sollte unser Wachstum jeweils über zehn Prozent liegen." Schon heute sei die Großregion China mit Hongkong und Taiwan der größte Markt des Pariser Unternehmens. "Und das wird mindestens die nächsten 50 Jahre so bleiben", so Thomas, der in der Volksrepublik vor allem auf männliche Kundschaft setzt: Deren Anteil liegt bei Hermès in China derzeit bei rund drei Viertel. "Sie sind vielleicht nicht ganz so großzügig wie etwa die deutschen oder französischen Männer und kaufen erst mal für sich selbst ein, bevor sie an ihre Frauen oder Freundinnen denken", so Thomas zum SPIEGEL. "Und sie sind jünger, zumeist unter 45. Wenn wir über chinesische Vermögen sprechen, reden wir über junges Geld. China wächst wirklich extrem schnell."

Zugleich erteilte Thomas allen Versuchen des Luxusgüterkonzerns LVMH eine Absage, bei Hermès doch noch eine führende Rolle zu spielen. LVMH-Chef Bernard Arnault hatte vor zwei Jahren über 20 Prozent der Anteile übernommen und wollte die Mehrheit. "LVMH wird in unserer Welt stets ein Fremder bleiben. Das ist kein finanzieller, sondern ein kultureller Kampf", so Thomas. Sein 20-Prozent-Anteil nutze Arnault nichts: "In den nächsten 20 Jahren kann er seinen Einfluss nicht weiter ausbauen. Als stiller Gesellschafter muss er in dieser Zeit schweigen", gibt sich der Hermès-Chef siegessicher. Und Arnault sei "immerhin auch schon 63 Jahre alt. Unsere Holding-Gesellschaft ist eine Festung, die uns gegen ihn schützt".

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