Ein für das Bundesland Nordrhein-Westfalen offenbar ungünstiges Geschäft mit Holz beschäftigt jetzt ein Gericht. 2007 schloss die damalige CDU/FDP-Regierung einen Vertrag mit dem österreichischen Holzkonzern Klausner ab, nachdem der Orkan "Kyrill" auch in den NRW-Wäldern gewütet hatte. Aus den landeseigenen und vom Land verwalteten Privatwäldern sollten sieben Jahre lang je 500.000 Festmeter Holz an die Österreicher geliefert werden. Viel zu viel, heißt es nun im Umweltministerium. 3200 Arbeitsplätze in nordrhein-westfälischen Sägewerken seien in Gefahr, weil alles Holz exportiert werden müsse. Das Unternehmen drängt auf Vertragserfüllung und hat das Land bereits auf Schadensersatz in Höhe von 120 Millionen Euro verklagt. Am Freitag wird dar - über vor dem Landgericht in Münster verhandelt. Bislang liegen nur lückenhafte Akten vor, die nicht erklären, warum ein Handel in dieser Größenordnung abgeschlossen wurde. Ungewöhnlich auch der Ort der Verhandlungen im April 2007: ein Café im Regionalflughafen von Paderborn/Lippstadt.
Sie wollen wissen, was in der neuesten SPIEGEL-Ausgabe steht? Dann melden Sie sich jetzt einfach für den SPIEGEL-Brief an. Die Chefredaktion des Magazins informiert Sie persönlich und kostenlos per E-Mail.
Sie wollen den neuen SPIEGEL jetzt sofort lesen?
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH