Griechen plündern ihre Konten


Vor der Parlamentswahl in Griechenland beschleunigte sich der Mittelabfluss bei den Banken des Krisenstaats. Nach Angaben aus Bankenkreisen hoben Kunden in der vergangenen Woche bis zu 900 Millionen Euro täglich von den Konten heimischer Kreditinstitute ab. Sie fürchten, dass ihre Ersparnisse nach einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone drastisch an Wert verlieren. Abzulesen ist das wachsende Misstrauen auch an der Menge des Bargelds, das im Land umläuft. In den vergangenen zwei Jahren hat sich der Bargeldumlauf verdoppelt. Ökonomen beobachten auch in anderen Krisenstaaten der Währungsunion einen Einlagenschwund, etwa in Spanien. "Bankkunden in Spanien wollen eine glaubwürdige Perspektive, dass das Land im Euro bleibt. Sonst ziehen sie ihr Geld ab", sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger dem SPIEGEL. Die europäischen Banken müssten rasch mit mehr Kapital ausgestattet werden, um das Vertrauen wiederherzustellen. Dabei müsse man auch Direkthilfen an Banken aus dem europäischen Rettungsfonds in Betracht ziehen.



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