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Investor der Berliner East Side Gallery unter Stasi-Verdacht

Dokumente des ehemaligen DDR-Ministeriums für Staatssicherheit legen den Verdacht nahe, dass der Berliner Immobilienhändler Maik Uwe Hinkel in den achtziger Jahren Personen aus seinem Umfeld bespitzelt hat. Eine ehemalige Arbeitskollegin und ein Studienfreund stießen in ihren Stasi-Akten aus den achtziger Jahren auf zahlreiche Berichte eines Inoffiziellen Mitarbeiters mit dem Decknamen "Jens Peter", hinter dem sie den heutigen Bauherren der East Side Gallery vermuten. Dessen Bauprojekt auf dem ehemaligen Berliner Mauerstreifen sorgt seit Wochen für politischen Streit in der Hauptstadt.

Petra Meier, damals Zimmerkollegin Hinkels in der Stadtverwaltung von Zwickau, fand minutiöse Berichte über den Arbeitsalltag zu zweit: über Pausengespräche oder Notizen, die sie auf ihrem Schreibtisch zurückgelassen hatte. Angefertigt und unterschrieben wurden die Unterlagen von "Jens Peter". Der mit Hinkel damals befreundete Student Andreas Richter fand den Bericht eines IM "Jens Peter" über dessen katholische Erwachsenentaufe 1985. Zwei Tage zuvor hatte Richter als Pate der Taufe Hinkels beigewohnt.

Auf SPIEGEL-Anfrage bestritt der Anwalt von Hinkel, dass dieser für die Stasi gearbeitet habe; zur Taufe gab er keine Auskunft. Hinkel war nach eigenen Angaben Kandidat der SED und seit 1989 Mitglied der PDS. Bis heute besitze er das Parteibuch der Linken.

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