Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) droht eine peinliche Schlappe. Dabei geht es um die parteinahe Hanns-Seidel-Stiftung. Im September hatte Seehofer in Jerusalem Israels Präsidenten Schimon Peres den Franz-Josef-Strauß-Preis der Stiftung angeboten. Peres soll sich zunächst positiv geäußert haben, will die Ehrung nun aber offenbar doch nicht: "Der Präsident nimmt keinen Preis dieser Stiftung an", teilte sein Büro mit. Ob dies mit der vergangene Woche bekanntgewordenen Nazi-Vergangenheit zweier Großgönner der Einrichtung (SPIEGEL 46/2012) zu tun habe, wollte Peres Büro nicht sagen. Die Stiftung hatte in den achtziger Jahren ein Grundstück am Starnberger See sowie Geld von den Eheleuten Max und Maria Wutz geerbt und finanziert daraus seither einen Volksmusikpreis. Während der NS-Zeit waren die Eheleute glühende Hitler- Anhänger und Judenhasser gewesen. Vergangene Woche teilte die Stiftung mit, bis zu einer weiteren Klärung ihren Musikpreis nicht mehr zu vergeben. Allerdings nutzt sie das Erbe nach wie vor für die Pflege der letzten Ruhestätte von Max und Maria Wutz auf dem Münchner Waldfriedhof.
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