IWF drängt auf Schuldenschnitt für Griechenland


Der Internationale Währungsfonds (IWF) unter seiner Chefin Christine Lagarde verstärkt den Druck auf die Länder der Euro-Zone, noch in diesem Jahr einen weiteren Schuldenerlass für Griechenland auf den Weg zu bringen. Anders lasse sich die Finanzierungslücke des Landes in Höhe von 4,6 Milliarden Euro für 2014 nicht schließen, argumentieren die Experten der internationalen Organisation mit Sitz in Washington. Der IWF darf sich nur dann weiter an dem Rettungsprogramm für Griechenland beteiligen, wenn die Finanzierung für die kommenden zwölf Monate gesichert ist. Auch aus diesem Grund müsste der Bundestag spätestens im Dezember entscheiden, ob Griechenland weitere Schulden erlassen werden sollen. Betroffen davon wäre vor allem die staatseigene Förderbank KfW, die 15 Milliarden Euro an bilateralen Krediten gewährt hat. Hinzu kommt der deutsche Anteil an den Hilfen des Euro-Rettungsschirms in Höhe von über 35 Milliarden Euro. Bislang lehnt die Bundesregierung einen neuen Schuldenerlass für Griechenland ab - womöglich, weil sie vor der Bundestagswahl im September eingestehen müsste, dass Milliarden an Steuergeldern verloren sind. Der IWF hatte vergangene Woche zugegeben, die Lage des Landes jahrelang zu optimistisch eingeschätzt zu haben.



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