Löw im SPIEGEL: Keine Flut an Talenten in Deutschland

Bundestrainer Joachim Löw dämpft im Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL die Hoffnungen auf einen Titelgewinn seiner Mannschaft bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Brasilien. Es gebe "keine Titelgarantie" für die deutsche Nationalmannschaft, sagt Löw. "Haben wir denn wirklich eine solche Flut an Talenten?", fragt er. "Wir haben eine Reihe von guten Mittelfeldspielern, die auch auf den Außenpositionen spielen können. Da sind wir mittlerweile zeitgemäß. Aber für den Sturm und die Abwehr müssen wir noch ein bisschen was tun in der Ausbildung." Über seine Kritikfähigkeit nach dem Ausscheiden bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr sagt der Bundestrainer dem SPIEGEL, er habe "vielleicht das eine oder andere Mal" ein etwas dünneres Fell gehabt. "Aber diese Achterbahnfahrt war auch für mich eine Herausforderung. Erst völlig überzogene Ovationen, dann zum Teil auch unsachliche Kritik." Im Trainerstab seien sich die Deutschen sicher gewesen, dass die DFB-Auswahl im EM-Viertelfinale gegen Griechenland gewinnen würde, "egal mit welcher Aufstellung", so Löw. "Da muss man nachher nicht so einen Hype machen, mir waren diese Lobeshymnen zu viel." Zurückhaltend äußert sich Joachim Löw über die Verpflichtung des spanischen Erfolgstrainers Pep Guardiola durch den deutschen Rekordmeister Bayern München. Es sollte "niemand erwarten, dass Guardiola den Bayern innerhalb kürzester Zeit eine Barcelona- Philosophie einpflanzt", warnt der Bundestrainer. "Barcelona ist schon sehr speziell, dort gibt es seit 25 Jahren die gleichen Strukturen. Ich war mehrmals dort. Davon sind wir in Deutschland noch ein ganzes Stück entfernt."

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