Kritik am schnellen Wechsel des ehemaligen Vizepräsidenten der Bundesnetzagentur zum Lobbyisten für Offshore-Windanlagen


Die Grünen kritisieren den Seitenwechsel eines ehemaligen Spitzenbeamten der Bundesregierung für die Energiewirtschaft. Johannes Kindler (CDU), bis Jahresanfang Vizepräsident der Bundesnetzagentur, wirbt nun als Lobbyist im Auftrag des amerikanischen Energiekonzerns Anbaric für eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes zugunsten der Industrie. Das sei "höchst bedenklich", findet der Abgeordnete Oliver Krischer (Grüne). Spitzenbeamte dürften nicht "sofort zu gutdotierten Jobs in die Privat wirtschaft wechseln". Das Bundeswirtschaftsministerium hat Kindler die Arbeit in der Anwaltskanzlei Bird&Bird genehmigt, es habe dabei aber nichts von "konkreten künftigen Mandaten" gewusst. Als Berater vertritt Kindler nun Anbaric und besuchte kürzlich gemeinsam mit Firmenvertretern Beamte der Bundesregierung und Abgeordnete. Er warb dafür, privaten Investoren den Bau von Offshore-Windanlagen und den dazugehörigen Leitungen zu erleichtern. Anbaric überlegt, mit rund vier Milliarden Euro beim Stromnetzbetreiber Tennet einzusteigen. Dieser braucht dringend Investoren, um den Anschluss der Offshore-Anlagen an das Stromnetz zu finanzieren. Kindler sagt, seine Arbeit stehe nicht "im Konflikt mit den Interessen der Bundesrepublik, sondern nützt viel".



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