Justizfall Gustl Mollath wird TV-Doku-Drama


Der Rechtsstreit um das Justizopfer Gustl Mollath wird fürs Fernsehen verfilmt. Als Grundlage soll das Buch "Der Fall Mollath" dienen, das dessen Strafverteidiger Gerhard Strate im Dezember veröffentlichte. Die Produktionsfirma Ufa Fiction hat die Rechte daran erworben. Hauptfigur des Doku-Dramas soll Strate sein, dessen "anwaltschaftliche Leistung" Produzent Nico Hofmann würdigen will. Seine Wunschbesetzung ist Axel Milberg. Der Fall Mollath war einer der spektakulärsten Prozesse der vergangenen Jahre. Der Nürnberger hatte zu Unrecht sieben Jahre in der Psychiatrie verbracht. Zu diesem Urteil kam vorigen August das Landgericht Regensburg. Die Richterin sah es allerdings als erwiesen an, dass Mollath im Jahr 2001 seine damalige Frau misshandelt hatte. Da sich Mollath einen Freispruch erster Klasse erhofft hatte, kam es zwischen ihm und seinem Anwalt Strate zum Zerwürfnis. Beim Entstehen des Doku-Dramas wird der 58-Jährige wie schon bei Strates Buch nicht mitwirken. "Der Film soll dokumentieren, wie die fatale Komplizenschaft von Justiz und Psychiatrie zur Entrechtung von Menschen führen kann", sagt Strate, der als Berater ein gebunden ist. Regie und Drehbuch wird Raymond Ley ("Meine Tochter Anne Frank") übernehmen.



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