Durch fehlerhafte Klinik-Abrechnungen ist die gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im vergangenen Jahr mit hochgerechnet rund zwei Milliarden Euro belastet worden. Das geht aus einem internen Papier des GKV-Spitzenverbandes hervor. Demnach hat der Medizinische Dienst im Auftrag der Kassen im ersten Halbjahr 2012 elf Prozent aller Klinikabrechnungen überprüft. Jede zweite Rechnung habe sich dabei als fehlerhaft erwiesen. Im Jahr 2006 waren es nur 34,8 Prozent gewesen.
Das Bundesgesundheitsministerium will vor diesem Hintergrund noch vor der Wahl die Krankenhausfinanzierung reformieren. Laut einer Formulierungshilfe des Ministeriums soll es das Ziel sein, Konflikte "bei der Abrechnungsprüfung im Krankenhaus zu vermeiden". Spitzenvertreter von gesetzlichen Kassen und Kliniken sollen gemeinsam ein Modell für ein Standardprüfverfahren entwickeln. Ein "neu zu etablierender Schlichtungsausschuss" soll dazu Regeln entwickeln, die keine Interpretationsspielräume mehr zulassen. Sanktionen für Falschabrechnungen sind in dem Entwurf aber nicht vorgesehen.
Sie wollen wissen, was in der neuesten SPIEGEL-Ausgabe steht? Dann melden Sie sich jetzt einfach für den SPIEGEL-Brief an. Die Chefredaktion des Magazins informiert Sie persönlich und kostenlos per E-Mail.
Sie wollen den neuen SPIEGEL jetzt sofort lesen?
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH