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Komikerin Kebekus beklagt Angst in den TV-Sendern

Die Komikerin Carolin Kebekus sieht sich bei privaten wie bei öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern mit Angst konfrontiert. Das sagte die 33-Jährige im Interview mit dem Magazin DER SPIEGEL. Es sei auch eine "Angst-Entscheidung" gewesen, dass der WDR sich im Juni geweigert hatte, auf dem Kanal Einsfestival ein Video auszustrahlen, in dem Kebekus als Nonne verkleidet an einem Kruzifix leckt. "Ich glaube sogar, dass der bevorstehende Wechsel auf dem WDR-Chefsessel mit der Zensur meines Videos zu tun hatte", so Kebekus. "Daran war ja die Vergabe weiterer wichtiger Posten im Haus geknüpft. Deshalb wollte dort keiner ein Risiko eingehen, das ihm womöglich den Aufstieg verbaut hätte. So eine Haltung strahlt bis in die unteren Gefilde einer solchen Anstalt aus." Mit dem neuen WDR-Intendanten Tom Buhrow habe sie sich im September zum Austausch getroffen. "Die Stimmung war gut, der 1. FC Köln hatte gerade gewonnen, und wir sind beide Fans."

Kebekus hatte mehrmals durch kirchenkritische Satire für Aufsehen erregt. Der neue, der Welt zugewandte Papst Franziskus mache jedoch den Kabarettisten das Spotten schwer. "Ja, diese Personalie war blöd für uns", so Kebekus. "In meinem Bühnenprogramm rede ich deshalb immer noch über den alten Papst. Ratzinger mit seinen Äußerungen zur Homo-Ehe oder zur Verhütung in Afrika war ein Geschenk."

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