EADS-Chef Enders will Korruptionsvorwürfen mit internen Ermittlern nachgehen

EADS-Chef Tom Enders geht in der mutmaßlichen Korruptionsaffäre um den Verkauf von Eurofightern nach Österreich in die Offensive. Der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern hat die Kanzlei Clifford Chance mit einer Aufarbeitung der Schmiergeldvorwürfe beauftragt. "Ich will diese Angelegenheit so rasch wie möglich aufklären. Dieser Fall belastet unser Verhältnis zu Österreich und seinen Streitkräften und nicht zuletzt auch unser Ansehen und unsere Glaubwürdigkeit", sagte Enders am vergangenen Mittwoch in kleinem Kreis in Berlin. Unter Leitung des Frankfurter Clifford-Partners Heiner Hugger soll dessen Team ein "umfangreiches Fact Finding" der Umstände rund um das Rüstungsgeschäft erstellen, heißt es bei EADS. Ziel sei es, "ein umfassendes Bild dieser sehr komplexen Angelegenheit zu erhalten, um dann mögliche Konsequenzen zu ziehen." Nachdem sich im Jahr 2007 in Österreich bereits ein Untersuchungsausschuss mit dubiosen Zahlungen rund um den Eurofighter-Deal befasste, hatte EADS zunächst die Vorwürfe intern untersucht, war aber zu keinem Ergebnis gekommen. Die Durchsuchung an drei Standorten rund um München vor drei Wochen traf die Firma daher nach eigenen Angaben völlig unvermittelt. Neben Staatsanwälten in Wien und München ermittelt auch die Steuerfahndung in dem Fall. Bislang gibt es 14 Beschuldigte, darunter zehn ehemalige und derzeitige Mitarbeiter des Konzerns. EADS steht im Verdacht, zwischen 2005 und 2008 über Beratungsfirmen und mit Hilfe von Scheinverträgen Millionenschmiergelder für das rund 1,7 Milliarden Euro schwere Eurofighter-Geschäft bezahlt zu haben. Das Geld floss nach Erkenntnissen der Fahnder zunächst auf Konten von Waffenhändlern, Lobbyisten und Finanzjongleuren in Liechtenstein, der Schweiz, Malta und auf der Isle of Man. Wo es von dort hingelangte, ist noch unklar.

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