Informantin und Kunstdetektiv brachten LKA auf die Spur der Hitler-Pferde


Eine langjährige Informantin der Polizei brachte die Kunstfahnder des Berliner Landeskriminalamts auf die Spur der verschwundenen Bronzepferde, die bei einer bundesweiten Razzia am Mittwoch in Bad Dürkheim sichergestellt wurden. Nach Informationen des SPIEGEL wurden die Skulpturen des NS-Bildhauers Josef Thorak der Frau aus Berlin im September 2013 zum ersten Mal von einem dubiosen Vermittler für 3,1 Millionen Euro angeboten. Sie informierte daraufhin die Polizei. Danach meldeten sich noch drei weitere Anbieter aus Deutschland bei ihr, der letzte im Januar 2015.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 22/2015
Die fröhliche Fehlbarkeit des Papstes

Bei ihren Ermittlungen arbeiteten die Berliner Fahnder eng mit dem niederländischen Kunstdetektiv Arthur Brand aus Amsterdam zusammen, der seit Februar mit einem Kunstvermittler aus Antwerpen in Kontakt stand, der ihm die Bronzepferde für acht Millionen Euro anbot. In Absprache mit der Polizei trat Brand als Vertreter eines fiktiven amerikanischen Sammlers auf. Ihm wurden später noch weitere Nazi-Kunstwerke angeboten, unter anderem das 40-Tonnen-Relief "Der Wächter" von Arno Breker.

Brekers "Wehrmacht" offenbar gefunden

Bei ihrer Razzia am Mittwoch fand die Polizei in der Nähe von Kiel bei dem Sammler Klaus-Dieter Flick offenbar eine der beiden bekanntesten Skulpturen Brekers, "Die Wehrmacht", die im Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei gestanden hatte. Sie ist seit dem Krieg verschollen. Wie das Magazin DER SPIEGEL in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, bestätigte Flick, dass es sich um das verschwundene Kunstwerk handeln könnte. Irgendwann sei die Statue im Schrotthandel aufgetaucht und von einem westdeutschen Kunsthändler "aus der DDR" gekauft worden. Die Figur trage keine Signatur Brekers, sei ursprünglich stark beschädigt gewesen und nachträglich wieder zusammengebaut worden. Teile davon stammten aber offenbar aus dem Original.



© DER SPIEGEL 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.