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Max-Planck-Forscher enttarnt Schimpansenfilm als Märchen

In dem Film "Schimpansen", der am 9. Mai in die deutschen Kinos kommt, geht es um ein verwaistes Affenbaby, das angeblich von einem Männchen gerettet wird. Dem Presseheft des Verleihs Disney zufolge erzählt der Film eine "wahre, einzigartige Geschichte, die von der Natur geschrieben wurde". Doch der bekannte Primatologe und Max-Planck-Forscher Christophe Boesch, der bei den Dreharbeiten in der Elfenbeinküste dabei war, erklärte jetzt gegenüber dem SPIEGEL: "Die Geschichte wurde konstruiert." In Wahrheit sei das verwaiste Schimpansenkind sieben Monate nach der Adoption gestorben. Auch sei dessen Muttertier an Milzbrand gestorben und nicht, wie im Film geschildert, nach Auseinandersetzungen mit einer rivalisierenden Schimpansengruppe. Anders als im Film dargestellt, können sich die zwei Schimpansengruppen auch niemals begegnet sein, weil sie in verschiedenen Nationalparks leben. "Die angeblichen Rivalen leben in Uganda", verrät Boesch. "Die Disney-Leute wollten eben Bilder haben, auf denen man eine große Anzahl von Männchen sieht." Die Filmemacher hätten die wahren Hintergründe der Produktion verschwiegen, sagt Boesch, um "nicht der Magie des Films zu schaden".

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