Der Sohn des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß wehrt sich vor Gericht gegen Behauptungen, das Erbe seines Vaters belaufe sich auf 300 Millionen Mark

Viele Menschen hoffen auf ein großes Erbe. Max Strauß, ältester Sohn des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Franz Josef, hingegen kämpft darum, dass ihm kein solches Erbe nachgesagt wird: Ihm ist es wichtig klarzustellen, dass sein Vater der Familie nicht 300 Millionen Mark hinterlassen habe. So wichtig, dass er in einer eidesstaatlichen Versicherung ausführt, das Vermögen seiner Eltern habe "sehr viel weniger als zehn Prozent dieses Betrages" umfasst. Hintergrund ist ein Verfahren, das jetzt vor dem Landgericht Köln fortgeführt wird: Max Strauß klagt gegen den Münchner Autor Wilhelm Schlötterer und einen im "Stern" erschienenen Artikel auf Unterlassung. Schlötterer hatte bei Lesungen aus seinem Buch "Macht und Missbrauch" behauptet, Strauß’ Erbe habe sich auf ebendiese 300 Millionen Mark belaufen. Daraufhin hatte sich Burkhard K., ein früher Banker des ehemaligen Bankkonzerns Citicorp, gemeldet und berichtet, Max Strauß habe 1992 bei der Citicorp- Filiale in Luxemburg angerufen und gefragt, ob er 300 Millionen Mark von München bar nach Luxemburg bringen könne; es handle sich um das Erbe seines Vaters. Der Zeuge will in dieser Sache zweimal in der Kanzlei von Max Strauß angerufen und mit ihm über den Geldtransfer gesprochen haben. K. machte diese Angaben später auch gegenüber der Bochumer Staatsanwaltschaft, der "Stern" berichtete im Juni über K.s Aussage. Diese Berichte passen dem Erben nicht: weil sie unwahr sein sollen und womöglich auch, weil dann erklärt werden müsste, wie die Eltern Strauß auf legalem Weg an so viel Geld gekommen wären. Max Strauß beteuert in einer eidesstaatlichen Versicherung, die er für ein vorgelagertes Verfahren abgegeben hat, weder mit K. noch mit anderen Managern der Citicorp über eine Anlage des Erbes seines Vaters gesprochen zu haben. Das Landgericht Köln beschloss, Burkhard K. und die Strauß-Kinder Monika Hohlmeier und Franz Georg Strauß als Zeugen zu hören. Max Strauß möchte sich nach Angaben seines Anwalts gegenüber dem SPIEGEL nicht zu dem Verfahren äußern.

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