Menschenrechtler Ziegler rügt EU-Asylpolitik: "Verbrechen gegen die Menschlichkeit"


Der Schweizer Menschenrechtler und Globalisierungskritiker Jean Ziegler, 80, übt scharfe Kritik am Umgang Europas mit Flüchtlingen. "Die europäische Asylpolitik ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", sagte Ziegler dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Die EU schottet den Kontinent ab und nimmt wissentlich den Tod vieler Menschen in Kauf." Dem deutschen Bundesinnenminister Thomas de Maizière unterstellte er eine "zynische, menschenverachtende Weltsicht".

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Heft 2/2015
Warum wir träumen

Ziegler forderte einen "Aufstand des Gewissens". Die Bürger müssten sich gegen "die unmoralische und unsolidarische" Politik wehren. "Unsere Weltordnung ist in jeder Hinsicht inakzeptabel. Wir müssen uns gegen das kannibalische Wirtschaftssystem erheben, bevor die Demokratie daran zugrunde geht." Ziegler hält umfassende zivilgesellschaftliche Proteste gegen die bestehenden Verhältnisse für unvermeidlich: "Es fehlt nur noch ein Funke, der das Feuer des Widerstands entfacht."



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