Eltern werfen katholischer Kirche mangelndes Mitgefühl bei Missbrauchsfällen in Johannesburg vor


Eltern aus der deutschen katholischen Gemeinde in Johannesburg erheben nach der Festnahme eines Priesters schwere Vorwürfe gegen das Bistum Aachen. Dabei geht es um den aus Willich stammenden Geistlichen K., der seit 2007 in der südafrikanischen Gemeinde Dienst tat und mehrere ihrer Kinder missbraucht haben soll. Er wurde vorvergangene Woche in Südafrika verhaftet. Seit fünf Jahren gebe es einen Verdacht gegen K., seine Vorgesetzten in Aachen hätten ihn aber lediglich suspendiert und selbst wenig zur Aufklärung des Falles beigetragen. Stattdessen seien die betroffenen Minderjährigen und ihre Eltern von Vertretern der Kirche in der deutschen Gemeinde isoliert und unglaubwürdig gemacht worden. "Von der Kirche haben wir keinen christlichen Akt des Mitgefühls erlebt, keine Zuwendung zu den Opfern", sagt die Mutter eines mutmaßlich missbrauchten Jugendlichen. Ein Vater beklagt sich über die anhaltende "Alimentierung zur Grundsicherung" des mutmaßlichen Täters durch die Kirche: "Als wir Hilfe und Unterstützung brauchten, kam von der Kirche nichts, kein Anruf, kein Gespräch, kein Angebot an die Kinder." Nun ermittelt Interpol wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch in 36 Fällen. K. soll vor seiner Zeit in Südafrika auch im Bistum Aachen mehrere Jugendliche missbraucht haben. Die Gemeinde in Südafrika war nicht über die Vorgeschichte von K. informiert.



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