Missbrauchsopfer klagen gegen ARD-Film zur Odenwaldschule


Der ehemalige Schüler der Odenwaldschule, Andreas Huckele, hat rechtliche Schritte gegen den WDR eingeleitet. Notfalls erwägt er sogar ein gerichtliches Verbot des Films "Die Auserwählten" mit Ulrich Tukur, der am Mittwoch ausgestrahlt werden soll. Huckele, der vom ehemaligen Schulleiter Gerold Becker sexuell missbraucht worden ist, erkennt sich in der Verfilmung wieder. So sieht etwa der Schauspieler Huckele in Kinderjahren frappierend ähnlich, zudem kommen zahlreiche Missbrauchsszenen im Film vor, die Huckele selbst erlebt und in einem Buch beschrieben hat.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 40/2014
Vor 100 Jahren: Franz Kafka beschreibt die Ängste des modernen Menschen

Sein Anwalt Christian Schertz sagt, dass dies die Persönlichkeitsrechte von Huckele "aufs Schwerste" verletze. Die Beweislage sei "derart erdrückend", dass der zuständige WDR-Intendant Tom Buhrow eine Lösung herbeiführen müsse. Auch ein anderer ehemaliger Schüler, Till Boße, hat rechtliche Schritte gegen den WDR eingeleitet. Er sieht ebenfalls Parallelen zu seiner Person. In Wirklichkeit ist er, anders im Film dargestellt, nicht missbraucht worden.

Der WDR prüft derzeit den Vorgang juristisch. Man habe "ganz bewusst kein biografisches Einzelschicksal" nachzeichnen wollen. Es handele sich zudem um eine rein fiktive Aufarbeitung des Stoffes.



© DER SPIEGEL 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.