Nato zweifelt an eigenen Garantiezusagen für Polen und Baltikum


Die Nato kann möglicherweise ihre Sicherheitsgarantien gegenüber Polen und den baltischen Staaten nicht einhalten. Wenige Wochen nachdem auf dem Nato-Gipfel in Wales ein sogenannter Readiness Action Plan verabschiedet wurde, äußern hochrangige Militärs Zweifel an seiner Umsetzung. Dabei geht es sowohl um organisatorische wie finanzielle Fragen. Die neue Planung richtet sich gegen eine mögliche russische Bedrohung der Nato-Ostgrenze und sieht eine Speerspitze von mehreren Tausend Soldaten vor, die innerhalb von 48 Stunden einsatzbereit sein soll. Beim Treffen der Generalstabschefs aller 28 Nato-Länder in Vilnius am vorvergangenen Samstag äußerte sich Amerikas ranghöchster Militär, General Martin Dempsey, kritisch.

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Eine Einsatzbereitschaft innerhalb von 48 Stunden sei unrealistisch, sagte Dempsey dem Vernehmen nach. Das würde bedeuten, dass die Soldaten praktisch in Uniform schlafen müssten. Andere Generalstabschefs meinten, die schnelle Eingreiftruppe könne höchstens einige Hundert Soldaten umfassen. Nach diesen Äußerungen soll es zu einem Wortgefecht zwischen Dempsey und dem Nato-Oberbefehlshaber in Europa, Philip Breedlove, gekommen sein. Demspey solle sich mit seiner Kritik an US-Außenminister John Kerry und Verteidigungsminister Chuck Hagel wenden, habe Breedlove gekontert, die hätten den Plan schließlich mit verabschiedet.



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