Neue Vorwürfe gegen Ex-Kassenarzt-Chef Andreas Köhler


Gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, gibt es neue Untreuevorwürfe. Die KBV selbst hatte die Anwaltskanzlei Cornelius Bartenbach Haesemann mit einer internen Untersuchung des Falls beauftragt. In einem ersten Zwischenbericht, aus dem das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL zitiert, sehen die Juristen "erhebliche Anhaltspunkte", dass Köhler während seiner Amtszeit Mietkostenzuschüsse für seine Wohnung in Berlin erhalten habe. Diese gingen auf eine "sittenwidrige" Vereinbarung zurück. Bei der Summe von insgesamt rund 95.000 Euro könne es sich um eine "ungerechtfertigte Bereicherung" handeln. Das Schlussgutachten soll noch in diesem Monat vorliegen.

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Heft 33/2015
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Köhler selbst verweist darauf, dass dem Mietkostenzuschuss ein Beschluss des damaligen Vorsitzenden der Vertreterversammlung zugrunde gelegen habe. "Was daran sittenwidrig sein soll, weiß ich nicht", sagte er dem SPIEGEL.

Köhler, der die KBV von 2005 bis zu seinem Rücktritt im Jahr 2014 führte, war wegen umstrittener Gehalts- und Pensionszahlungen in die Kritik geraten. Schon Anfang Juli hatte sich das Bundesgesundheitsministerium als zuständige Aufsichtsbehörde eingeschaltet und die KBV aufgefordert, fast eine Viertelmillion Euro an Gehalts- und Pensionszahlungen von ihrem ehemaligen Chef zurückzufordern.



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