Neue Vorwürfe gegen Sig Sauer wegen Waffenlieferungen in Krisenregionen


Bis zu 500 Scharfschützengewehre der Firma Sig Sauer könnten ohne Genehmigung des Bundesausfuhramtes (Bafa) in Kolumbien gelandet sein. Dem SPIEGEL liegt ein "Endverbleibszertifikat" für 500 Gewehre des Typs SSG 3000 vor. Die Waffen sollten demnach in Deutschland hergestellt und in die USA exportiert werden. Aber womöglich sind kolumbianische Sicherheitskräfte mit den Waffen ausgerüstet worden.

Auf Anfrage erklärte das kolumbianische Verteidigungsministerium, dass es Sig-Sauer-Gewehre gekauft habe; aus Gründen der nationalen Sicherheit wolle man jedoch keine weiteren Angaben machen. In derselben Endverbleibserklärung werden auch 153.450 Pistolen angeführt, von denen 65.000 Pistolen nach Kolumbien geliefert wurden, weswegen die Staatsanwaltschaft Kiel bereits Anfang Juli ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hatte.

Auch bei einem Export von Sig-Sauer-Pistolen nach Kasachstan sind deutsche Exportbeschränkungen vermutlich umgangen worden. 2010 lieferte die US-Schwesterfirma Sig Sauer Inc. Pistolen samt Zubehör an die kasachische Präsidentengarde, obwohl das Bafa den Export aus Deutschland zuvor untersagt hatte. In einem Brief der Sig Sauer GmbH in Eckernförde an die kasachische Präsidentengarde heißt es, dass der Export der Pistolen wegen "veränderter Rechtsvorschriften" über die Vereinigten Staaten laufen müsse.



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