"New York Times"-Chefredakteur Baquet verteidigt harte Haltung zu "Charlie Hebdo"-Karikaturen


Der Chefredakteur der "New York Times", Dean Baquet, hat seine Entscheidung verteidigt, die Mohammed-Karikaturen des französischen Satire-Magazins "Charlie Hebdo" nicht abzudrucken. "Diese Art von Humor ist eine unnötige Beleidigung", sagte Baquet im Interview mit dem Nachrichten-Magazin Der SPIEGEL. Der Humor erfülle "nicht die Standards der ,Times'". Ein großer Teil der Leser seien "Menschen, die sich durch Satire über den Propheten Mohammed beleidigt fühlen würden", so Baquet. "Dieser Leser, um den ich mich kümmere, ist kein IS-Anhänger, sondern lebt in Brooklyn, hat Familie und ist strenggläubig. Wenn wir diese Leser vergessen, machen wir einen großen Fehler." Baquet weiter: "Wirklichen Mut beweisen Nachrichtenorganisationen dort, wo es darum geht, zu berichten. Sei es, Reporter zu haben, die über den IS recherchieren, nach Bagdad reisen oder über den Afghanistan-Krieg berichten." Baquet äußerte sich in dem Gespräch zudem selbstkritisch zu neuen digitalen Konkurrenten wie BuzzFeed und anderen: "Wir waren arrogant, um ehrlich zu sein. Wir haben auf unsere neuen Konkurrenten herabgeblickt", sagte Baquet. Thema des Gesprächs war auch die Entscheidung des Whistleblowers Edward Snowden, seine Enthüllungen über die NSA nicht in der "New York Times" zu veröffentlichen. Das habe ihm "sehr, sehr, sehr wehgetan", sagte Baquet.



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