Gutachter: Niederländisches Fracking birgt hohe Risiken für das Grundwasser in Deutschland


Die von den Niederländern geplante Gasförderung entlang der deutschen Grenze birgt nach Ansicht von Gutachtern und Bergbauexperten bislang nicht bekannte Risiken für das Grundwasser. Es bestehe die Gefahr, dass die beim Fracking auf niederländischer Seite eingesetzten Chemikalien von Pumpen auf deutscher Seite "hochgesogen" würden und "das Grundwasser kontaminieren", sagt der Bergbau-Sachverständige Peter Immekus dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 24/2014
Die Zukunft der Religion: Glaube ohne Gott

Besonders "brisant" sei das Vorhaben, weil der deutsche Stromversorger RWE in unmittelbarer Nähe der möglichen Fracking-Gebiete einen gewaltigen Braunkohlentagebau betreibe. Um die Riesengruben zwischen Köln und Aachen trocken zu halten, pumpt RWE im Umkreis von 100 Kilometern über große Brunnen täglich bis zu zwei Millionen Kubikmeter Wasser ab und befördert sie über ein Rohrleitungssystem in abgelegene Flüsse und Feuchtgebiete. Manche Brunnen sind bis zu 700 Meter tief. "Die Sogwirkung dieses Systems ist gewaltig", warnt Immekus. Sie reiche weit in die möglichen Fracking-Gebiete um Roermond und Kerkrade hinein.

Wie der SPIEGEL weiter berichtet, erwägt die NRW-Landesregierung, notfalls sogar juristisch gegen die Niederlande vorzugehen. Die beauftragten Juristen im NRW-Justizministerium verweisen dazu auf das Völkerrecht. Danach dürfen Staaten Ressourcen nur ausbeuten, wenn sie "anderen keinen Schaden zufügen". Man erwarte, dass die "niederländische Regierung das geltende Recht beachten wird".



© DER SPIEGEL 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.