NSA soll arabischen Sender al-Dschasira ausspioniert haben


Dass sich der US-Geheimdienst NSA für die Berichterstattung des arabischen Nachrichtensenders al-Dschasira interessiert, ist nachvollziehbar. Immerhin verbreitet der Kanal mit Hauptsitz in Katar seit mehr als einem Jahrzehnt Audio- und Videobotschaften der Qaida- Führung. Die US-Lauscher begnügten sich allerdings nicht mit der Sprachanalyse des dort Gesendeten, wie aus Unterlagen aus dem Snowden-Archiv hervorgeht. Aus einem Erfolgsbericht des "Network Analysis Center" der NSA vom 23. März 2006 geht hervor, dass es ihr gelungen war, die interne und besonders geschützte Kommunikation "interessanter Ziele" zu knacken und mitzulesen. Als Beispiel für die jüngsten "bemerkenswerten Erfolge" benennt das Papier neben dem Buchungssystem der russischen Fluglinie Aeroflot ausdrücklich "die interne Kommunikation von al-Dschasira-Broadcasting". Die ausgewählten Ziele seien zuvor NSA-intern als "Quellen mit hohem Potential für nachrichtendienstlich relevante Informationen" eingeschätzt worden. Die entschlüsselten Inhalte und Informationen wurden dem Dokument zufolge zur weiteren Analyse an die zuständigen NSA-Abteilungen weitergeleitet. In welchem Umfang der Geheimdienst Journalisten und Manager des Medienkonzerns belauschte und ob das Abschöpfen bis heute anhält, geht aus dem Material, das der SPIEGEL einsehen konnte, nicht hervor.



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